Alpenpässe – Über alle Berge

Alpenpässe 01/ ST. GOTTHARDPASS // CH // Andermatt -> Airolo // Passhöhe 2108 m* // 11,4 % max. Steigung // Länge 27 km // Der St. Gotthard war schon immer nicht nur Berg, sondern auch Festung. Aufmerksame Fahrer können Luken, Tunneleingänge und Kanonenstände im Fels ausmachen. * Meter über dem Meer

01/ ST. GOTTHARDPASS // Der St. Gotthard war schon immer nicht nur Berg, sondern auch Festung. Aufmerksame Fahrer können Luken, Tunneleingänge und Kanonenstände im Fels ausmachen. * Meter über dem Meer © Foto: PICTURE:SERVICE

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Ob bergauf oder bergab: Der Weg ist das Ziel. Denn kaum etwas macht Mensch und Maschine mehr Spaß, als Kehre für Kehre einen Alpenpass zu überwinden. Fünf Alpenpässe in Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich, die einen Umweg lohnen

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ST. GOTTHARDPASS

Er ist der König unter den Alpenpässen: Bereits im Mittelalter zählte der St. Gotthard-Pass zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen. Deshalb verwundert es auch nicht, dass sich auf der Passhöhe mit dem St. Gotthard-Hospiz eine wahrlich königliche Unterkunft befindet. Seit 1237 steht die Herberge auf der Passhöhe und bietet dank der Modernisierung durch die Architekten Miller & Maranta zusätzlich zur Tradition auch Komfort. Wer es Goethe, Balzac und Petrarca gleichtun will, der bucht eines der 14 Zimmer.

Geschichte zum Anfassen verspricht auch das St. Gotthardt-Museum: In leicht verständlicher Weise wird dort zum Beispiel die Geschichte des russischen Generals erzählt, an dessen Bronzestatue man auf dem Weg über den Pass vorbeikommt oder wie ein Engländer 1775 ein kleines Vermögen ausgab, um den Pass in einem Fuhrwerk zu überqueren.

CH / Andermatt -> Airolo // Passhöhe 2108 m* // max. Steigung 11,4 % // Länge 27 km. * Meter über dem Meer // www.passosangottardo.ch

 

Alpenpässe 02/ GROSSGLOCKNER // AT // Bruck -> Heiligenblut // Passhöhe 2504 m* // 12 % max. Steigung // Länge 48 km // Rund 270.000 Fahrzeuge winden sich jährlich die 36 Kehren der Alpenstraße hinauf, um den höchsten Berg Österreichs aus der Nähe zu bestaunen. * Meter über dem Meer

02/ GROSSGLOCKNER // Rund 270.000 Fahrzeuge winden sich jährlich die 36 Kehren der Alpenstraße hinauf, um den höchsten Berg Österreichs aus der Nähe zu bestaunen. * Meter über dem Meer © Foto: PICTURE:SERVICE

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GROSSGLOCKNER

Einst als Aussichtsstraße angelegt, ist die 48 km lange Alpenstraße noch heute den Österreichern liebstes Ausflugsziel. Und das völlig zu Recht! Mit 34 Euro zwar nicht gerade günstig, lohnt die Maut aber bei dem vielfältigen Angebot: zwei Besucherzentren, unzählige Lehrpfade, Ausstellungen und detaillierte Panoramatafeln machen den Großglockner lebendig.

Die vielen Eindrücke lässt man am besten im Wintergarten der Alpenvereinshütte „Glocknerhaus“ sacken – so einen gemütlichen und doch spektakulären Ausblick genießt man selten.

AT / Bruck -> Heiligenblut // Passhöhe 2504 m* // max. Steigung 12 % // Länge 48 km. * Meter über dem Meer // www.grossglockner.at

 

Alpenpässe 03/ VALPAROLAPASS // I // Altino -> Falzarego // Passhöhe 2197 m* // 14 % max. Steigung // Länge 16 km // Auf der Nordwestrampe ist die Geschwindigkeit auf 60 km/h begrenzt – das ist bei den vielen Fußgängern nicht nur sinnvoll, sondern wird auch von der Polizei kontrolliert. * Meter über dem Meer

03/ VALPAROLAPASS // Auf der Nordwestrampe ist die Geschwindigkeit auf 60 km/h begrenzt – das ist bei den vielen Fußgängern nicht nur sinnvoll, sondern wird auch von der Polizei kontrolliert. * Meter über dem Meer © Foto: PICTURE:SERVICE

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VALPAROLAPASS

Seinen Namen verdankt der Valparola den Eisenhütten, die bis ins 16. Jahrhundert den Pass säumten. Heute ist er vor allem für seine strategische Bedeutung im Ersten Weltkrieg bekannt. Am besten fährt man den Pass von Nordwesten her und somit die schönsten Kurven bergauf. Für alle Fotografen empfiehlt sich eine Fahrt am Vormittag: Mit der Sonne im Rücken gelingen eindrucksvolle Aufnahmen.

Zum Beispiel vom Col di Lana, dessen Gipfel im Ersten Weltkrieg von italienischen Soldaten gesprengt wurde und an dessen Stelle heute eine kleine Kapelle steht.

I / Altino -> Falzarego // Passhöhe 2197 m* // max. Steigung 14 % // Länge 16 km. * Meter über dem Meer // www.altabadia.it/de/dolomiten-paesse.htm

 

Alpenpässe 04/ COL DE LA BONETTE // F // Jausiers -> Saint Étienne // Passhöhe 2715 m* // 15 % max. Steigung // Länge 49 km // Die Strecke von Jausiers über das Col de Restfond ist schon ein Abenteuer. Neben dem Ausblick raubt die dünne Luft manch einem den Atem. * Meter über dem Meer

04/ COL DE LA BONETTE // Die Strecke von Jausiers über das Col de Restfond ist schon ein Abenteuer. Neben dem Ausblick raubt die dünne Luft manch einem den Atem. * Meter über dem Meer © Foto: PICTURE:SERVICE

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COL DE LA BONETTE

Der französische Pass ist eine Strecke der Superlative: er gilt als die höchste Alpenstraße Europas. Das stimmt aber nur, wenn die kurze Schleife um das Cime de la Bonette gefahren wird. Auch wenn dieser kleine Umweg mit 11 % Steigung beschwerlich ist, sollte ihn jeder Reisende in Kauf nehmen. Er wird mit einem beeindruckenden Panorama und dem Napoleon-Gedenkstein am höchsten Punkt auf 2802 m belohnt.

Wer dort noch den knapp zehnminütigen Aufstieg bewältigt, der hat einen einzigartigen Blick über die Geröllwüste des Nationalpark Mercantour.

F / Jausiers -> Saint Étienne // Passhöhe 2715 m* // max. Steigung 15 % // Länge 49 km. * Meter über dem Meer // www.alpenpass.com/frankreich/bonette/bonette.htm

 

Alpenpässe 05/ JULIERPASS // CH // Tiefencastel -> Silvaplana // Passhöhe 2284 m* // 11,8 % max. Steigung // Länge 45 km // Falls der Proviant ausgeht: In dem kleinen Hospiz kurz vor der Passhöhe gibt es regionale Spezialitäten zu moderaten Preisen. * Meter über dem Meer

05/ JULIERPASS // Falls der Proviant ausgeht: In dem kleinen Hospiz kurz vor der Passhöhe gibt es regionale Spezialitäten zu moderaten Preisen. * Meter über dem Meer © Foto: PICTURE:SERVICE

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JULIERPASS

Schon zu Zeiten des römischen Reiches war der Julier-Pass eine der wichtigsten Routen über die Alpen: von Como über die östliche Schweit nach Chur weiter nach Bregenz und Augsburg. Und ja, die runden Steinblöcke am Straßenrand sind tatsächlich noch aus der Römerzeit. Die Säulenreste sind am besten am höchsten Punkt des Passes zu sehen. Ein bisschen langsamer fahren lohnt sich! Trotz vieler enger Haarnadelkurven ist der Julier leicht zu fahren. Der Pass schlängelt sich nicht durch Steilwände hindurch, sondern gibt die Sicht auf die Gegenfahrbahn stets frei.

Auch der Fahrer kann so einen Blick auf die beeindruckende Kulisse der Bernina Gletschergruppe mit dem Viertausender Piz Bernian erhaschen oder kurz die glitzernden Seen im Hochengadin bewundern. Die eignen sich übrigens hervorragend für eine kurze Picknickpause.

CH / Tiefencastel -> Silvaplana // Passhöhe 2284 m* // max. Steigung 11,8 % // Länge 45 km. * Meter über dem Meer // www.laveduta.ch