Tourismus in Tirol: Nachhaltigkeit von A bis Z

Nachhaltigkeit in Tirol

Ein nachhaltiger Urlaub beginnt schon bei der Anreise © Tirol Werbung, Regina Recht

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Grasegger. Ihr Haus für Tradition und Gegenwart. Garmisch-Partenkirchen

Können großartige Urlaubs-Erlebnisse einen nur kleinen Klima-Fußabdruck hinterlassen?

Ja. Das ist in Tirol möglich – und zwar von „A“ wie Anreise bis „Z“ wie Zukunftsperspektiven. Fünf Aspekte, die in jedem Urlaub eine entscheidende Rolle spielen, mit jeweils konkreten Beispielen, zeigen Initiativen Tirols für einen klimafreundlichen Tourismus auf.

1. Nachhaltig anreisen – Neue Nightjets und Angebote für die „letzte Meile“

Oft macht die Anreise den größten Anteil des Klima-Fußabdruckes im Urlaub aus. Die Anreise mit der Bahn aus Deutschland nach Tirol ist problemlos möglich und von Mai bis Oktober gibt es sogar eine neue Aktion: „Im Nightjet in die Berge“. Sie beinhaltet die Anreise mit der Bahn und den Transfer vom Bahnhof zur Unterkunft. Zusätzlich gibt es das Weltpaket des Wander- und RadkartenDienstes Komoot. Tirol ist außerdem für die oft schwierig zu bewältigende „letzte Meile“ vom Bahnhof zur Unterkunft gut gerüstet (www.bahnhofshuttle.tirol). 31,1 Kilogramm an CO2- Emissionen und 60 Minuten Zeit können übrigens gespart werden, wenn man nicht mit dem Auto, sondern mit der Bahn von Berlin nach Innsbruck anreist.

Nachhaltigkeit in Tirol

Ein nachhaltiger Urlaub beginnt schon bei der Anreise. © Tirol Werbung, Regina Recht

Hier ein Beispiel für die Anreise mit dem Nightjet: Ab 65 Euro pro Person von Hamburg oder Düsseldorf nach St.Johann in Tirol – inklusive Sitzplatzreservierung, Komoot Gutschein, St. Johann in Tirol Gästekarte und regionale Bus- und Zugverbindungen. Beispiel Adlerweg: Vor Ort braucht man doch unbedingt ein Auto, um flexibel in den Bergen unterwegs sein zu können? Das stimmt so nicht. Ein gutes Beispiel ist der 413 Kilometer lange Adlerweg durch ganz Tirol, für den die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oft sogar von Vorteil ist. Damit kann man ganz einfach unterschiedliche Start- und Endpunkte für Wanderungen planen.Und wenn man doch einmal einen Weg verkürzen möchte, stehen Wanderern beispielsweise die Ötztaler Hüttentaxis oder die Zillertaler Wanderbusse zur Verfügung.

2. Nachhaltig übernachten: Ökologische Bauweise, Tourismus Upcycling, innovative Ideen

Zu den wichtigen Faktoren, um die Übernachtungen im Urlaub nachhaltig zu gestalten, gehören das Bauen mit heimischen Holzarten, das Dämmen mit Tiroler Schafwolle, der Einsatz von Pelletheizungen und der Einsatz von Photovoltaik- und Solaranlagen zur Energiegewinnung. Wasser sparende Techniken und die Vermeidung von Plastik und Aluminium – wie beispielsweise in den Partnerbetrieben des Nationalparks Hohe Tauern – gehören ebenso zu den nachhaltigen Bestrebungen, wie das Vorzeigebeispiel „Tourismus Upcycling“ in der Region Wilder Kaiser. In die Jahre gekommene Unterkünfte werden hier kreativ und schonend modernisiert anstatt die Altbestände der Möbel einfach zu entsorgen. Nachhaltigkeit kann bei einer einfachen Almübernachtung genauso funktionieren wie in einem 5-Sterne-Hotel.

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Der Hubenhof im Naturschutzgebiet des Kaisergebirges bietet moderne Zimmer mit Öko-Materialien und ressourcenschonenden Geräten an. Für E-Autos gibt es zum Beispiel Ladestationen vor Ort. © Christoph Ascher

In Ellmau, im Naturschutzgebiet des Kaisergebirges, wurde der Hubenhof mit dem österreichischen Umweltzeichen „Green Hotel“ und dem EU-Ecolabel ausgezeichnet. Zu Recht. Die Familie Leitner bietet ihren Gästen moderne Appartements, die mit Öko-Materialien und energiesparenden Geräten sind. Jedes Zimmer ist thematisch bedrohten Tieren und Pflanzenarten gewidmet. Gäste, die mit dem Bus oder der Bahn anreisen, bekommen zehn Prozent Rabatt auf den Übernachtungspreis und für E-Autos gibt es eine hauseigene Ladestation.

Nachhaltigkeit in Tirol

Nachhaltigkeit wird auch im Naturhotel Waldklause großgeschrieben.
© Andre Schönherr

Massivholzbauweise ohne Leim und Schrauben, Dämmung aus Tiroler Schafwolle, Verarbeitung von Hölzern aus dem Tal für Fassaden und Statik – dazu ein regionales Lieferantennetzwerk: Es gibt noch viele weitere Beispiele, die zeigen, dass das Naturhotel Waldklause in Längenfeld sich dem Nachhaltigkeitsgedanken verschrieben hat. Hier wird jedes Detail auf seinen Klima-Fußabdruck hinterfragt. Das fängt beispielsweise schon bei den Pantoffeln an, die in der hauseigenen Wäscherei gereinigt und zum neuen Einsatz in Papiertüten verpackt werden.

3. Nachhaltig genießen – kurze Wege, intensiver Genuss, regionale Qualitätsprodukte

Beste Voraussetzungen für Genuss, der auch Ressourcen schont, sind in Tirol gegeben. Die bäuerlich geprägte Kulturlandschaft besteht aus unzähligen landwirtschaftlichen Mittel- und Kleinbetrieben. Auf kurzen Transportwegen gelangen diese Produkte in den Lebensmittelhandel,auf Bauernmärkte, in die Sennereien, die Ab-Hof-Verkäufe oder werden in der heimischen Gastronomie weiterverarbeitet. Mehr als 2.000 bewirtschaftete Almen garantieren darüber hinaus Landschaftspflege und erzeugen Tiroler Spezialitäten. Auch die Mitgliedsbetriebe der „Tiroler Wirtshauskultur“ haben sich der traditionellen Tiroler Kost und der Frische der verwendeten Produkte aus Landwirtschaft, Gewässern und Wäldern verschrieben. Das besondere Augenmerk liegt auf authentischer Atmosphäre und Architektur.

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Auch zum Thema Kulinarik gibt es in Tirol viele nachhaltige Angebote. © Tirol Werbung, Kathrin Koschitzki

„So schmecken die Berge“: Insgesamt 44 Alpenvereinshütten in Tirol sind Teil dieser Initiative. Sie zeichnet aus, dass die Speisen und Getränke zum größten Teil aus einem Umkreis von nur 50 Kilometern kommen und hauptsächlich durch ökologische Berglandwirtschaft entstehen.

Auch die Tiroler Küche kann ohne Fleisch auskommen: „Guatz´Essen“ heißt das Lokal von Peter Fankhauser und es schmeckt auch genauso, wie man es von einem Haus mit diesem Namen erwartet. Fankhauser hat sich der vegetarischen und veganen Küche verschrieben und mit seinen Gerichten erzählt der Zillertaler echte Geschichten – zum Beispiel vom Kürbis, der in verschiedenen Varianten aus dem eigenen Permakulturgarten auf den Teller kommt, begleitet von Jungzwiebeln, Kerbelrübe und Erdmantel. Obwohl man sich eher in einem hippen Haubenlokal wähnt, sind die Preise bodenständig wie im Wirtshaus.

4. Nachhaltig unterwegs in der Natur

Gerade nach dem Lockdown will man einfach mal raus in die Natur. Wandern, Klettern, Mountainbiken oder Schwimmen sind jetzt genau das Richtige. Neben dem intensiven Naturerlebnis haben diese Aktivitäten aber noch einen weiteren positiven Aspekt – sie funktionieren mit Muskelkraft und hinterlassen damit einen richtig überschaubaren Klima-Fußabdruck. Wem Wandern zu traditionell ist, kann in Tirol auch trendig und trotzdem klimafreundlich unterwegs sein.

Zum Beispiel mit Fliegen ohne Flugscham: „Hike and fly“ ist eine absolute Trendsportart. Man packt den Gleitschirm in den Rucksack, trägt ihn den Berg hoch und wird damit zum absolut umweltfreundlichen Überflieger. Je nach Thermik kann man sogar von Hütte zu Hütte fliegen und die besten Wanderflieger können auf einer Tour sogar einige hundert Kilometer zurücklegen. Mehrere Flugschulen in Tirol bieten entsprechende Kurse und Tandemflüge an.

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Bei der Trendsportart „Hike and Fly“ wird man zum umweltfreundlichen Überflieger. © Tirol Werbung, Bert Heinzlmeier

Mit Trailrunning den ökologischen Fußabdruck klein halten: Berglaufen macht dann so richtig Spaß, wenn man auf schmalen Pfaden unterwegs ist, die wenig genutzt werden. Die Ausrüstung? Ordentliche Laufschuhe, eine Pulsuhr mit GPS-Funktion, ein bisschen Proviant – und Muskelkraft. Auch hier ist der – in diesem Fall schnell gesetzte – Fußabdruck klimaunbedenklich, gesund und bringt maximalen Spaß.

5. Nachhaltige Zukunftsperspektiven

„Tirol ist Lebens-, Erholungs- und Wirtschaftsraum zugleich. Daher ist es uns wichtig, alle drei Säulen der Nachhaltigkeit – sprich ökologisch, sozial und ökonomisch – in Balance zu halten“, sagt Florian Phleps, Geschäftsführer der Tirol Werbung. Und weiter: „Die Tirol Werbung unterstützt deshalb auch Projekte zur Förderung der sozialen Nachhaltigkeit. Das Projekt „Clean Alpine Region” zum Beispiel unterstützt Tiroler Tourismusregionen dabei, Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Energie umzusetzen und sich als klimafreundliche Regionen
weiterzuentwickeln.“ Wichtig sind aber auch die unzähligen kleinen Schritte, die von jedem einzelnen im Tourismus geleistet werden – angefangen bei den „Bewusst Tirol-Betrieben“, den Bio-Hotels, den Brauereien, die CO2-neutral werden wollen, bis hin zur höchstgelegenen U-Bahn in Serfaus, die für einen autofreien Ort sorgt.

Nachhaltigkeit in Tirol

Der Klimaguide ist als digitales Tourenarchiv und Buch verfügbar. Hier gibt es die besten Tipps für Wanderungen im Kaunertal. © Tirol Werbung, Janine Hofmann

Beispiel Klimaguide Kaunertal: Die Naturpark- und Gletscherregion Kaunertal steht für einen „anderen“ Tourismus – ohne Massentourismus. Die Natur und ihre Erhaltung stehen im Fokus. Das Kaunertal ist Teil von KLAR, das heißt, das Tal ist eine „Klimawandel Anpassungs Modell Region“ und will die Veränderungen des Klimas verstehen und sich den geänderten Bedingungen stellen. Dazu gehört ein neuer Klimaführer, der als Buch und digitales Tourenarchiv die besten Tipps für Wanderungen im Kaunertal parat hält – unter den Prämissen Jahreszeit, Temperatur und Hanglage.

Beispiel Ummadum – eine App für nachhaltige Mobilität und regionale Wertschöpfung: Eine App für Mitfahrgelegenheiten – das ist noch keine Innovation. Die App „Ummadum“ von René Schader und Thomas Angerer setzt allerdings auf Nachhaltigkeit mal drei. Durch die gemeinsamen Fahrten wird CO2 gespart – immerhin 15 Tonnen seit es die App gibt. Als positiver Nebeneffekt entstehen darüber hinaus neue soziale Gruppen, man hilft sich im Alltag. Der dritte Aspekt ist, dass die Region gewinnt. Denn die App funktioniert mit einem Punktesystem: Fahrer, die Mitfahrgelegenheiten bieten, bekommen Punkte, mit denen sie im regionalen Handel – aktuell an 400 Stellen – bezahlen können. Eine Entwicklung, von der auch die Gäste der Region profitieren.