10 Tipps für ein unvergessliches Wochenende in Bozen

Weekender Bozen. Restaurant Thaler Arome

Ein Wochenende im Mittelpunkt Südtirols: die perfekte Mix-Tour

Kaum anderswo verschmelzen alpine und mediterrane Lebensart so wie in Bozen – dem pulsierenden Mittelpunkt Südtirols. Und auch die sich südlich anschließende Weinstraße verspricht Reiseglück pur.

1. Laubenhaus-Flair

Wer den besonderen Flair der Bozener Lauben, die das Herz der Altstadt bilden, genießen will, sollte rechtzeitig eine der 16 einzigartigen und individuell gestalteten City Suites des Goldenstern Townhouse buchen. Welch eine Oase inmitten der alten Handelsstadt: Nur leise Lounge-Musik und das Plätschern des Wassers im kleinen Springbrunnen sind zu hören, wenn man die Fenster zum Innenhof öffnet. Die alten Stuckdecken erzählen vom Wohlstand der ehemaligen Besitzer. Viele der Möbel gehören zum Inventar der Inhaberfamilie Rizzolli. „Seit 1870 gibt es das Unternehmen Rizzolli hier in der Bozener Laubengasse. Ich führe das Geschäft mit meiner Frau in vierter Generation“, sagt Thomas Rizzolli bei einem Aperitivo Italiano auf der Dachterrasse mit Blick über die Stadt.

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16 einzigartige Suiten mit Stuck an der Decke und Originalmöbeln aus dem 19. Jahrhundert gibt es im Goldenstern Townhouse.

Zusammen haben die beiden oberhalb von ihrem Laden in den Laubenhäusern 60 und 62 ein Townhouse par excellence geschaffen.
Dass die Gebäude zur Laubengasse hin mit vier Metern äußerst schmal sind, erwies sich dabei sogar als großes Plus. Denn die Händler bauten ihre Häuser vor allem in die Länge. „50 bis 60 Meter lang ist ein Laubenhaus normalerweise“, sagt Rizzolli. „Um dort arbeiten und leben zu können, brauchte es Licht- und Innenhöfe zwischen den einzelnen Gebäudeteilen. Diese erst ermöglichten es uns, ein authentisches und zugleich modernes Designkonzept zu entwickeln.“ Bleibt einem als Gast nur die äußerst schwierige Entscheidung: Soll man sich gleich mit einem Glas Wein in die zur Leseecke umfunktionierte ehemalige notariellen Schreibstube aus dem 14. Jahrhundert zurückziehen? Oder tritt man doch noch mal vor die Tür des Goldenstern Townhouse? Vornraus würde es direkt zum Shopping in die Laubengasse oder zum Obstmarkt ums Eck gehen. Und hintenraus könnte man einen Tisch in einer der zahlreichen Weinbars in der Streitergasse ergattern …

2. Drei Welten

Auch im Wirtshaus Löwengrube aus dem Jahr 1543 vereinen sich elegantes Design und Historisches – und das auf drei Stockwerken. Im Loungebereich laden die in Rot- und Brauntönen gehaltenen Egg Chairs aus der Feder von Arne Jacobsen ein, sich bei einem guten Glas Wein ins Gespräch zu vertiefen. Historische Wirtshausatmosphäre bietet dagegen die sich anschließende Stube mit Jugendstilkachelofen und wunderschönen neugotischen Fresken. Über eine alte Steintreppe mit abgegriffenen Holzhandläufen geht‘s in den oberen Stock, wo sich eine Showküche und zwei Säle mit wunderschönen Deckenmalereien befinden. Und im typisch Bozner Keller mit Steinmauern aus dem Jahr 1280 hat eine Enothek der Superlative Platz gefunden – mehr als 1000 Weinpositionen können dort käuflich erworben werden. Darunter erstklassige Etiketten aus Südtirol, dem Piemont und Burgund.

Erstklassig auch die Gerichte, die das junge Team unter Führung von Michael Meister auf die Tische zaubert. Meisters Credo: „Ich vertrete eine moderne Küche mit sehr viel Respekt vor Klassikern. Und ich experimentiere sehr gern und probiere immer wieder Neues aus, bis es meinen Vorstellungen entspricht.“ Dass dies keine leeren Versprechen sind, bewiesen allein die mit geschmortem Villnösser Brillenlamm gefüllten Cannelloni mit Topinamburcreme und Gremolata sowie der Black-Tiger-Garnelen-Zitronengras-Spieß mit Wildreis, Wokgemüse, Kokosnuss-Ingwer-Espuma und Teriyakisauce. Ob regional oder asiatisch angehaucht – Meisters Küche präsentiert sich stets state of the art und auf sehr hohem Niveau.

3. Über der Stadt

Wo speist der Bozner am liebsten? Natürlich ganz oben auf einem Laubenhaus! Das Restaurant 37 etwa bittet im achten Stockwerk über einem historischen Lichthof inmitten der Bozner Altstadt zu Tisch. Serviert wird alpine Südtiroler Kost, die, ebenso wie das Ambiente, zeitgemäß interpretiert einen Kontrast zwischen Tradition und Moderne bildet. Die aus einem historischen Wirtshaus stammende Stube unterstreicht die Hommage an das Südtirol von einst und wird vom puristischen Interior-Design ins Hier und Jetzt übersetzt. Dazu tragen klare Linien, Materialien wie Eiche, Metall und Loden bei. Die Terrasse bietet vor allem im Sommer ein ruhiges Plätzchen, abgeschottet in der Dachlandschaft der Bozner Lauben, mit Blick auf den Rosengarten. Das kulinarische Konzept von Chefkoch Matthias Lanz basiert auf der Verwendung einheimischer Produkte und wird gekonnt mit einer ausgesuchten Weinliste abgerundet.

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Seit März 2021 führen Gottfried Messner, Dominik Stuefer und Fabian Spögler gemeinsam das Rooftop-Restaurant über Bozens Dächern.

Die Parfümerie Thaler unter den Bozner Lauben ist eine Institution in Südtirol. Seit 1763 versorgt das Traditionshaus die Bozner mit allerlei Salben und Parfüms. Aber nicht nur, denn wer den großen Handelsketten trotzen will, der muss auch immer wieder etwas Neues wagen. So wurde im Erdgeschoss des Traditionshauses ein trendiger Taschenshop eingerichtet, im sechsten Stock werden die Gäste in der Champagnerie Perle begrüßt und auf dem Dach wurde das Thaler arôme eröffnet. Seit März 2021 führen Gottfried Messner, Dominik Stuefer und Fabian Spögler gemeinsam das Rooftop-Restaurant und bieten höchsten kulinarischen Genuss.

4. Alt und neu am Ritten

Am Hausberg von Bozen lässt es sich einerseits hervorragend in Nostalgie schwelgen. Schließlich hat sich am Ritten ein alpiner Jugendstil erhalten, der – wie im Parkhotel Holzner – noch nicht luxusrenoviert ist. Andererseits setzen ambitionierte Junghoteliers wie Max Ramoser mit dem Aeon und Philip „Pippo“ Benincà mit Pippo’s Mountain Lodge neue Akzente. „Klein und fein!“, so beschreibt Gastgeber Pippo seine neue Lodge in Oberbozen. Und mehr Worte muss er auch nicht machen: Die acht Zimmer und Suiten mit Blick auf die umliegende Bergwelt, der Wellnessbereich mit finnischer Sauna, das Sky Spa mit beheiztem Infinitypool, Liegewiese und Whirl-pool, die einladenden Gasträume und eine Terrasse mit Chill-out-Lounge sowie eine ausgezeichnete Küche machen das Pippo’s zur perfekten Hier-fühl-ich-mich-wohl-Location.

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Eine echte Institution am Ritten: Das Parkhotel Holzner ist ein aplines Refugium, geprägt von Freude an der Gastfreundschaft.

Seit 1972 begrüßt man im Lobishof, geführt von Elisabeth und Heinz Ramoser, Besucher aus aller Welt. Die beiden Söhne Joachim und Max kennen und lieben das Hotelleben. Letzterer hat Anfang Juli gleich nebenan das Hotel Aeon eröffnet. Motto: Boutique-Wellness vom Feinsten nur für Erwachsene. Entstanden sind 15 exklusive Zimmer und Suiten, die den perfekten Übergang zwischen Tradition und Zukunft hin zu „local luxury“ im Sinne von einzigartiger Ästhetik und herausragender Qualität, von exklusiver Naturnähe und sinnlichem Genuss bilden.

5. Gourmet-Bergapfelsaft

Äpfel sind ein Exportschlager Südtirols. Sie gedeihen hervorragend im mediterranen Klima und werden in den Tälern über kilometerweite Flächen angebaut. In höheren Lagen trifft man dagegen kaum auf Apfelplantagen. Ausnahme: das kleine Bergdorf Unterinn am Ritten. Hier steht auf fast 1000 Metern Seehöhe der Obsthof Troidner, das Zuhause von Thomas Kohl und seinen Bergapfelsaft-Kreationen. Weder Zucker noch künstliche Aromen verstärken oder verändern den Geschmack der Produkte, die dort aus den knackigen Bergäpfeln gewonnen werden. Durch andere Obstsorten oder Kräuter erhält der Bergapfelsaft zudem eine geschmackliche Dimension, die auch Gourmet-Jurys überzeugt. Mittlerweile werden Kohl-Säfte auch in Restaurants als Weinalternative zum Menü gereicht. „Früher sagte man immer: zum Essen passt eigentlich nur Wein. Aber In den letzten 15 Jahren hat sich viel getan“, sagt Thomas Kohl bei einem Glas Bergapfelsaft-Cuvée mit Johannisbeernote. „Als ich vor ein paar Jahren versucht habe, den Sommeliers meinen Bergapfelsaft schmackhaft zu machen, wurde ich ausgelacht. Kurze Zeit später waren sie dann selbst überrascht, wie gut er ankommt.“

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Apfelsaft, wie man ihn so noch nicht genossen hat: Auf fast 1000 Metern Seehöhe am Ritten in Südtirol produziert Thomas Kohl vom Obsthof Troidner naturreine Bergapfelsäfte.

6. Sehr chillig verkosten

In Kurtatsch an der Weinstraße fällt eine 50 Meter hohe Wand aus Dolomitstein, die Millawand, senkrecht vom Ort ab. Auch darüber türmen sich in mehreren Stufen steile Gesteinswände bis auf knapp 2000 Meter Seehöhe auf. Dazwischen liegen verstreut die Weinberge der Kellerei Kurtatsch. Während unten die kraftvollen Roten aus Cabernet und Merlot gedeihen, entstehen in der Höhe erstklassige Weißweine aus Müller Thurgau, Weißburgunder und Sauvignon. Der Höhenunterschied von fast 700 Metern in einem Weinbaudorf ist einzigartig in Europa. Zum 120-jährigen Jubiläum hat sich die Kellereigenossenschaft 2020 selbst das schönste Geschenk gemacht – eine neue, architektonisch sehr gelungene Vinothek. Neu ist auch der beeindruckende Barriquekeller, dessen Rückwand die Millawand bildet. Der offene Fels schafft ein natürliches Klima und damit optimale Voraussetzungen für den Ausbau im Holzfass.

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Die Kellerei Kurtatsch setzt vor allem auf eine nachhaltige Produktion und auf Weine mit starkem Charakter, die die unterschiedlichen Terroirs widerspiegeln.

7. Alles Blauburgunder

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Im Weingut Pfitscher in Montan machen drei Generationen gemeinsam Wein. Sohn Daniel kümmert sich um das Marketing.

Montan, ein idyllischer Ort oberhalb von Castelfeder, gilt als eine der besten Lagen Italiens für den Blauburgunder. Wer von dort aus dem neu angelegten Blauburgunderweg folgt, stößt dabei unweigerlich auf das Weingut Pfitscher, das als Erstes in Italien als „KlimaHaus Wine“ ausgezeichnet wurde.

Das Aushängeschild der Pfitschers ist der Pinot Nero Riserva „Matan“, aber auch der neue Merlot Riserva „Cortazo“ präsentiert sich als ausdrucksstarker Tropfen. Allein der Verkostungsraum, dessen riesige Fensterfront einen atemberaubenden Ausblick bietet, lohnt den Weinshopping-Stopp.

 

8. Schwammerlkönige

Nomen est omen. Unter dem Namen „Kirnig“ – was im hiesigen Dialekt so viel heißt wie „vital und kraftvoll“ – haben sich die beiden Jungbauern Andreas Kalser und Josef Obkircher am Hof im Thal in Aldein mit ihren Südtiroler Edelpilzen einen langersehnten Wunsch erfüllt. Schon seit einigen Jahren gingen die beiden mit der Idee schwanger, ein neues Produkt nach Südtirol zu bringen.

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Am alten Hof im Thal von Andreas Kalser und Josef Obkircher wachsen im umgebauten Stadel köstliche Bio-Kräuterseitlinge und Bio-Shiitake-Pilze heran.

Am alten Hof im Thal auf 1200 Metern Höhe haben wir dann 2017 die Voraussetzungen geschaffen, um die heimische Gastronomie ganzjährig mit köstlichen Biopilzen zu versorgen“, sagt Kalser. Ihre Erfahrung beim Anbau von Pilzen haben sich die Jungbauern durch Betriebsbesichtigungen in der Schweiz geholt. Währenddessen haben sie aber auch schon fleißig den Stadel des Hofes für den Anbau vorbereitet. Heute wachsen in den Kühlzellen zwei verschiedene Arten von Pilzen: Der Shiitake-Pilz und der Kräuterseitling. „Momentan verkaufen wir unsere Pilze an die hiesige gehobene Gastronomie, ab Hof und in ein paar Bioläden in Südtirol“, sagt Obkircher und lässt mich seine riesigen Kirschen probieren, die er auf steilen Hängen neben dem Schwammerlstadel großflächig anbaut. Wie die Edelpilze ein echtes Geschmackserlebnis!

9. Geotour

Die Bletterbachschlucht bei Aldein wird auch als „Grand Canyon Südtirols“ bezeichnet und ist für ihre zahlreichen Fossilienfunde bekannt. Die Wanderung durch die Schlucht startet am Besucherzentrum des Geoparcs. Entlang des Wegs stehen Schautafeln, die den Besuchern geologische Geschichte, Flora und Fauna des Gebiets erläutern. Festes Schuhwerk ist für den spektakulären Trip in die Erdgeschichte dringend empfohlen. Des Weiteren besteht Helmpflicht – die Helme kann man im Besucherzentrum ausleihen.

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Die Bletterbachschlucht: Das Unesco-Welterbe gewährt einen Blick in das Innere der Berge, in die Welt der Gesteine und in den Aufbau der Dolomiten.

10. Grandiose Ansitzküche

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So farbenprächtig wie deliziös – die Küche von Armin Pernstich im Ansitz Romani in Tramin.

Die ältesten Teile des Ansitzes Romani reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Der Herrensitz verfügt über einen Innenhof und einen zauberhaften Garten. Die historischen Räume beherbergen zehn Zimmer und ein Gourmetrestaurant, die Taberna Romani, geführt von Gastgeber Armin Pernstich persönlich, in dem delikate Gerichte der verfeinerten regionalen Küche und modern interpretierte italienische Spezialitäten serviert werden. Die hochwertigen saisonalen Rohprodukte für seine Kreationen bezieht Pernstich ausschließlich von ausgewählten Bauernhöfen aus der Umgebung und von lokalen Produzenten. Wild liefert ein Jäger aus dem Schnalstal.