Auf den Pilz gekommen

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Grasegger. Ihr Haus für Tradition und Gegenwart. Garmisch-Partenkirchen

Die Wälder um Leogang sind ein Schwammerlparadies, das zu ausgedehnten Sammelwanderungen lockt.

Wer mit Rupert Schmuck in die Pilze geht, darf kein Langschläfer sein. Um acht Uhr früh ist Treffpunkt im Hotel Forsthofgut in Leogang, dann führt der Senior-Chef des Hauses sein Grüppchen von sechs bis acht Leuten ins Gelände. Das Angebot passt gut zur Philosophie des charaktervollen Hotels, das bis vor 20 Jahren noch ein Zimmer vermietender Bauernhof war. Heute ist die Landwirtschaft verpachtet, erzeugt aber ein Gutteil der Produkte, die in der Hotelküche verarbeitet werden. Auch die Ausbeute der Pilzstreifzüge wandert dorthin: Sie steht am gleichen Abend auf dem Speiseplan, denn die Ernte ist so ergiebig, dass sie für alle Gäste ausreicht.

Stolze 160, 170 Kilo selbst gesammelter Pilze, schätzt Schmuck, landen so jedes Jahr in der Küche des Forsthofguts; die Saison beginnt Anfang Juli und endet erst spät im Oktober. Denn das ins Saalfeldener Becken mündende Tal ist ein Schwammerlparadies.

„Oft regnet es mehrmals am Tag “, erklärt Schmuck, „und Pilze lieben Feuchtigkeit.“ Weil sie auch Sonne mögen, stehen sie meist am Waldrand oder an Lichtungen. Dank jahrelanger Erfahrung kennt Schmuck die fruchtbarsten Standorte von Steinpilzen und Pfifferlingen – Pardon: Eierschwammerln–, längst: Im Juli stehen sie vor allem in den 22 Hektar hauseigenem Wald, der auf etwa 1000 Meter Höhe liegt, später dann in höheren Regionen. Als leichten Spaziergang darf man sich Schmucks Pilzwanderungen allerdings nicht vorstellen: „Wir sind vier, fünf Stunden unterwegs, und die Touren sind anstrengend. Pilze wachsen gern in Schluchten, Senken … Dort hinzugelangen, ist mühsam.“ Trotzdem lieben seine Gäste das Angebot, weil sie dabei lernen, Gespür für die Natur zu entwickeln. „Pilzesuchen ist eine Sache der Intuition“, findet Schmuck. „Und die wächst, je öfter man unterwegs ist.“ Aber warum bricht man, in Leogang wie anderswo, zu nachtschlafenden Zeiten auf? Rupert Schmuck lacht: „Weil einem sonst ein anderer zuvorkommt.“

Hotel Forsthofgut, Hütten 2,
A-5771 Leogang, Tel. 00 43/65 83/85 61,
www.forsthofgut.at

Kategorie Fauna & Flora, Gastlichkeit & Rezepte, Österreich, Salzburg

Die gebürtige Münchnerin, Mutter dreier Söhne und promovierte Kunsthistorikerin ist ALPS-Mitstreiterin der ersten Stunde und an Vielseitigkeit kaum zu überbieten: Ob Gastlichkeit oder Reise, Porträt oder das „Ausgraben“ eines Mythos wie den Dolomytos-Wein in Südtirol (#7) oder den symbolträchtigen Triglav in Slowenien (#9) – Claudia Teibler verdanken wir einige der journalistischen Höhepunkte in ALPS.