Hoch, Schneesicher und Aussichtsreich – Das Schweizer Skitourenparadies am Furkapass

Schweizer Skitourenparadies am Furkapass
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Grasegger. Ihr Haus für Tradition und Gegenwart. Garmisch-Partenkirchen

Grandiose Landschaften und prächtige Abfahrten in den Urner Alpen

Wir wollen den Winter für dieses Jahr noch nicht gehen lassen. Deshalb planen wir einen mehrtägigen Schweiz-Trip in den Westalpen. Die dortige Höhe der Berge verspricht Skitouren bis weit hinein in den Mai. Genau das Richtige, um diese Wintersaison mit tollen Eindrücken ausklingen zu lassen. Unsere Gipfel für die kommenden Tage sind ausgesucht, ebenso die Unterkunft: das Hotel Tiefenbach. Dieses befindet sich oberhalb des Ortes Realp am legendären Furkapass auf 2110 Metern.

Das Schweizer Skitourenparadies am Furkapass

Das Schweizer Skitourenparadies am Furkapass

Der Furkapass verläuft parallel zwischen Sustenpass und Nufenenpass und bildet die Grenze der beiden Schweizer Kantone Uri und Wallis. Östlich verläuft die Straße entlang des Furkareuss-Quells sowie der historischen Furkabahn, im Westen passiert man den mächtigen Rhônegletscher. Entlang des Passes liegen die bekannten Dreitausender Furkahorn (3169 m), Galenstock (3583 m), Dammastock (3630 m), Tiefenstock (3515 m) sowie die Muttenhörner (3099 m) und das Leckihorn (3065 m) im Süden.

Wir haben vier Tage Zeit, inklusive Zustieg und Abfahrt, um ein paar dieser anspruchsvollen Berge zu besteigen. Das bedeutet ein ziemlich straffes Tourenprogramm mit wenig Zeit zum Ausruhen und Entspannen. Die Vorfreude und Motivation ist so groß, dass wir nur unsere Ziele im Kopf haben, nicht aber die damit verbundene Anstrengung.

Den ersten Tag starten wir nach einer langen Autofahrt entspannt mit dem kurzen Zustieg hinauf zum Hotel Tiefenbach. Die 600 Höhenmeter mit schwerem Gepäck (Hochtourenausrüstung, Kleidung, Brotzeit für vier Tage etc.) ziehen sich allerdings mehr als gedacht und deshalb sind wir froh, einiges vom Ballast die nächsten Tage im Lager deponieren zu können.

Die erste Tour hat es in sich. Anstatt sich langsam an die Höhe zu gewöhnen, nehmen wir uns gleich zu Beginn den höchsten unserer geplanten Gipfel vor. Denn das Wetter verspricht einen wolkenlosen Tag, den schönsten dieser Woche und das wollen wir natürlich ausnutzen! Sehr früh machen wir uns bei zapfigen Minusgraden auf den Weg Richtung Tiefenstock (3515 m), ein alpinistisch forderndes Tourenziel mit ausgesetzten Kletterpassagen am Seil.

Wir sind die Einzigen und überhaupt ist so gut wie nichts los. Erst weiter oben erhaschen wir einen Blick auf unseren markten Gipfel und ein paar kleine bewegte Stecknadelpunkte am Gletscher. Leider nehmen wir auf der Mitte der Tour die falsche Abzweigung und landen auf einem anderen Gipfel. Auf dem Chli Bielenhorn mit einer Höhe von 2940 Metern, das jedoch landschaftlich ein Wahnsinnspanorama zu bieten hat – mit einem tollen Blick hinüber zu den beeindruckenden 4000ern! Wir sind uns einig: Der „Abstecher“ hat unseren Tag auf jeden Fall bereichert!

Nach einer kurzen Gipfelrast fahren wir zügig hinab zum eigentlichen Abzweig. Von hier ist es jedoch noch ein längerer Hatscher über den Tiefengletscher, und als wir unterhalb des Grataufschwunges ankommen, beschließen wir, dass eine Gipfelbesteigung hinsichtlich der ungünstigen Lawinensituation zu gefährlich wäre. Da es jetzt tagsüber bereits deutlich wärmer und der Schnee durch die Sonneneinstrahlung schon etwas durchfeuchtet ist, machen wir uns auf den Rückweg.

Trotzdem genießen wir den herrlichen Tag in vollen Zügen und entscheiden uns weiter unten spontan, den Schafberg (2592 m) mitzunehmen. Wir fellen auf und steigen vorbei an der auf einem imposanten Felsvorsprung gelegenen Albert-Heim-Hütte zu unserem dritten Berg an diesem Tag. Oben angekommen sind wir mehr als glücklich, so einen vollkommenen Tag unter blauem Himmel verbringen zu dürfen! In diesen unbeschreiblich schönen Momenten am Berg ist die Freude so groß, dass kein unbestiegener Gipfel der Welt diesen Augenblick trüben kann.

Die nächsten Tage verbringen wir auf traumhaften Skitouren mit Pulverschnee in einer grandiosen Hochgebirgslandschaft. Die Schwierigkeiten, das Gelände sowie die Schneebedingungen variieren hier sehr und damit ist für allerhand Abwechslung gesorgt. Was unseren Skitourentrip umso mehr bereichert!

Die letzten zwei Tage fahren wir nach St. Antönien, da wir aufgrund des schlechter werdenden Wetters umdisponieren mussten. Dort ist die Schneedecke zumindest südseitig durch wärmere Temperaturen schon etwas beeinträchtigt. Nordseitig liegt allerdings noch viel unseres geliebten Pulverschnees, sodass wir auch dort unseren Spaß haben und die letzten Tage des Winters ausgiebig genießen können!

Der Trip in die Schweiz war seit Langem einer der schönsten Saisonabschlüsse! Vor allem in einer Zeit, in der das Reisen schwierig, beinahe unmöglich ist, schätzen wir das Erkunden von neuen Regionen und Touren sehr. Ein Tapetenwechsel, der dringend notwendig war …

Im Sommer kommen wir bestimmt wieder, dann mit Ausrüstung zum alpinen Felsklettern. Denn die Schweizer Granitwände am Furkapass sind berüchtigt für ihre tollen Kletterrouten!

GUT ZU WISSEN

Ausrichtung // N,O,S,W Skitour ca 3 – 7 Std. 1000 – 1800 hm

Art // Skitour/Skihochtour.
Schwierigkeit // Mittel bis Schwer.
Orientierung // Bis zum Hotel Tiefenbach einfach, da der Weg auf der Passstraße verläuft. Bei guter Schneelage kann abgekürzt werden!

Ab der Hütte: Da es sich größtenteils um Gletschertouren und alpines Gelände handelt, sollten die Skitouren akribisch geplant werden. Daher sind Kartenmaterial und alpines Know-how erforderlich! Ausnahme gilt für die normalen Skitouren.

Gehzeit und Tourenziele // Hotel Tiefenbach: 600 hm, Dauer ca 2 h.

– Gross Muttenhorn 1200 hm (4-5 h)
– kleines Furkahorn 900 hm (2,5 h)
– Chli Bielenhorn 900 hm (2-3 h)
– Tiefenstock 1400 hm (4-5 h)
– Gallenstock 1500 hm (5 h)

Beste Jahreszeit // März bis Mai.
Einkehrmöglichkeit // Hotel Tiefenbach 2109 m, Albert Heim Hütte 2542 m.
Anreise // Mit dem Auto von Süden: Von Süden fährt man über den Gotthardpass, Hospental, Realp oder durch den Gotthardtunnel bis Göschenen, Andermatt, Realp nach Tiefenbach.
Öffentlich: Mit der SBB fährt man aus dem Norden über Göschenen nach Andermatt und von dort weiter bis nach Realp.
Parkplatz // Parkieren auf dem Parkplatz West in Realp.
Kosten // Der Kalendertag pro Fahrzeug kostet 5 CHF, 10 Tage pauschal 20 CHF, 30 Tage pauschal 30 CHF. Campieren ist verboten!
Ausrüstung // Skitourenequipment, LVS-Ausrüstung, Gletscherausrüstung (Pickel, Steigeisen, Seil, Equipment zur Spaltenbergung), Sonnenschutz, warme Kleidung.

TIPP // Wer Kosten sparen möchte, kann im Hotel einen Schlafplatz im Lager reservieren. Wir waren überrascht, wie gemütlich und klein die Zimmerlager waren! Großer Pluspunkt: Duschen ist umsonst und das Wasser aus der Leitung kann getrunken werden. Somit spart man sich einiges an Geld. Die HP mit Übernachtung ist für Schweizer Verhältnisse günstig und das Essen sehr lecker!