Bad Gastein Reloaded

Bad Gastein© Fotos: Viennissima Lifestyle
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Grasegger. Ihr Haus für Tradition und Gegenwart. Garmisch-Partenkirchen

Über dem Kurort Bad Gastein lag lange Zeit ein morbider Charme. Einst mondäne Luxushotels zerbröckelten, der Ortskern verfiel. Doch im Kur- und Wintersportort im Nationalpark Hohen Tauern blüht ein neuer Tourismus für urban geprägte Gäste, die das ursprünglich Alpine wollen

Die Sonne scheint. Es ist Mitte August. Fast hat es den Anschein als strahle sie um die Wette mit dem Gelächter einiger junger Leute, welche vor dem ehemaligen Juweliergeschäft Hügler am sonst so verwaisten Straubinger Platz Kaffee, erfrischende Drinks und hausgemachte Waffeln genießen. Irgendetwas ist anders als sonst.

Bad Gastein

Man munkelt schon seit längerem Bad Gastein sei nunendgültig aus seinem viel zitierten Dornröschenschlaf erwacht. Dies ist nicht nur einigen äußerst engagierten jungen Hoteliers mit neuartigen Hotelkonzepten in den letzten Jahren, sondern jüngst auch hippen Gastroprofis und ihren innovativen Gastrokonzepten zu verdanken. Wie etwa dem Berliner Gastro-Duo Eva-Miriam Gerstner und Manuel Rosier, welche seit Ende letzten Jahres die beliebte Almwirtschaft Windischgrätzhöhe bewirtschaften und seit einigen Wochen nun auch den Räumlichkeiten im ehemaligen Badeschloss neue Lebensgeister einhauchen.

Passend zum liebevoll gemeinten „shabby chic“, dem Bad Gastein allgemein innewohnt, bespielen sie das einst so chice Hotel mit einem zeitgemäßen Pop-up Café mit Bar und ziehen seither so manch’ neugierige Gäste an.

Bad Gastein

Traurig und verlassen erschien der Straubinger Platz mitten im Herzen von Bad Gastein über viele Jahre hindurch und war leider gänzlich dem Verfall ausgesetzt. Geschuldet war dies den Immobilienspekulationen der vorherigen Besitzer Franz und Philippe Duval. Mittlerweile wurden die Hotels inklusive dem gegenüber liegenden Straubinger Hof vom Salzburger Land aufgekauft und an die hotelaffine Investorengruppe Hirmer aus München weiterverkauft. Mit der Auflage die ehemaligen Grand Hotels endgültig zu sanieren und ihnen sowie Bad Gastein im Allgemeinen zu neuem Glanz zu verhelfen.

Als erste Initiative der neuen Investoren wird nun – nach erfolgreicher Ausschreibung – das Erdgeschoß des ursprünglichen Hotels einen Sommer lang mit dem Pop-up Das Juwel im Badeschloss bespielt. Ein Konzept, welches die urbanen Gäste längst von der Großstadt her kennen, denn Pop-ups liegen im gastronomischen Trend. Auch wenn die Karte aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten als Sommer-Pop-up (ohne eigene Küche vor Ort!) nur Kleinigkeiten wie Waffeln und Toast sowie diverse Getränke bietet, so wird das Konzept sowohl von den Kur- und Kunstgästen des Ortes als auch von der heimischen Bevölkerung sehr gut aufgenommen. Vor allem letztere sind erfreut, dass sich nach all den Jahren jetzt „endlich etwas tut in Bad Gastein“ und neue touristische Konzepte ins Rollen kommen.

Dabei war das Erfolgsrezept der beiden recht einfach: Man borge mit Erlaubnis des neuen Investors aus dem Straubinger Hof stammende und gut erhaltene Hotelmöbeln, reinige sie gründlichst und kreiere aus diesen im Belle Epoque Ambiente eine neue Chilling Area. Zudem mit „Direktblick“ auf die eigentliche Hauptattraktion des Ortes, den tosenden Wasserfall.

SFK Festival

Auch der Gäste-Mix hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Während der mondäne Ort einst Kaiser und Adelige als Kurort mitten in Österreichs Alpen anzog, später gefolgt von älteren Kurgästen, so sind es heute zudem hippe Kunst- und Kulturinteressierte, welche es nach Bad Gastein verschlägt. Rechtzeitig zum mittlerweile legendären sommer.frische.kunst Festival verwandelt sich Bad Gastein zu einem trendigen Hotspot von berg- und kunstverliebten Architekten, Kuratoren, Art Designern und Künstlern selbst, welche den Sommer über zeitgenössische Kunst erstellen und anschließend im alten Kraftwerk ausstellen.

Zu verdanken ist diese Wiederbelebung des Ortes einer Handvoll engagierter lokaler sowie deutscher Hoteliers und Kreativer, welche vor 10 Jahren die Gasteiner Sommerfrische mit der Idee wiederbelebten, heimische und internationale Künstler in einer Art „Artists-in-Residence“ künstlerisch tätig sein zu lassen. Sie in den hippen und chicen Hotels des Ortes zu beherbergen und zu verköstigen sowie die entstandene Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren.

In dieser geschaffenen Kunstresidenz soll den Stipendiaten Raum für Inspiration und Kraft für intensives Arbeiten gegeben werden. Die Wirkung des Ortes auf die einzelnen KünstlerInnen spiegelt sich schließlich in der Andersartigkeit ihrer Arbeiten wider und zeigt doch Gemeinsamkeiten im ortsbezogenen Kontext auf.

SFK Festival

Auch wenn das heurige Kunstfestival aufgrund von Umbauarbeiten im lokalen Kraftwerk etwas kleiner ausfällt als sonst, wurden beim Art Weekend abermals 3 Kunstpavillons mit zeitgenössischer Kunst eröffnet. Im kommenden Jahr soll dann dank eines erweiterten Kunstkonzeptes größer gefeiert werden! Die derzeit ausgestellten Kunstobjekte kreativer Visionäre stehen noch bis Ende September entlang der Kaiser-Wilhelm-Promenade der Öffentlichkeit für einen Besuch zur Verfügung. Darunter der Pavillon „Vienna“ mit Arbeiten der KünstlerIn Alexandra Baumgartner, Clemens Wolf und Christian Schwarzwald. Im sogenannten Atelier an der Kaiser-Wilhelm-Promenade wird aktuell besondere Teppichkunst – „Carpets of the Forgotten“ – von Holger Schmidhuber gezeigt, während im Art Room diverse Kunst- und Designobjekte zu entdecken sind. Sowie auch beim Art Trail – der Kunst im öffentlichen Raum.

Der Kontrast zwischen der alten K&K-Zeit (die teils renovierten, teils verfallenen Grand Hotels der Belle Epoque Zeit der einstigen Monarchie) sowie der neuen K&K-Zeit (die junge und hippe Kunst- und Kulturszene) machen für viele auf Anhieb den Charme dieses Kurortes aus. Getrennt voneinander werden diese zwei so unterschiedlichen Welten vom berühmten, sich tosend talwerts stürzenden Wasserfall mitten im alten Ortskern. Dem perfekten Selfie Hotspot des Ortes.

Wo aber nächtigt man heutzutage als kunstverliebter Sommerfrischler im neu erwachten Bad Gastein? Für natur- und kunstbegeisterte Gäste bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten in sogenannten Boutiquehotels mit zeitgemäßem Lifestylekonzept zu übernachten.

Das Regina

Darunter das Hotel Das Regina, ein designaffiner kleiner Hideaway mit Traumblick auf den mondänen Ort und die Gasteiner Bergwelt, welcher bereits vom Monocle Magazin empfohlen wurde. Von den beiden charmanten Gastgebern Olaf Krohne und Jason Houzer vor einigen Jahren komplett renoviert, gibt dieses Designhotel mit seinem ganz besonderen Hotelkonzept – „urban chic meets the alps“ – den perfekten Rahmen für einen hippen Aufenthalt im Ort. Die Berliner nennen den Stil gerne „shabby chic“. Die Räumlichkeiten wurden so gut es ging im Originalzustand erhalten und mit modernem sowie nostalgischem Design ausgestattet. So treffen historische Goldelemente auf kostbaren Marmor, stilsichere Lämpchen aus alten Zeiten auf kunstvoll restaurierte Thonet Stühle. Sowie antike venezianische Möbeln aus bella Italia auf das imposante Bergpanorama des Gasteiner Tals.

Das Frühstück ist übrigens ein Gedicht, äußerst liebevoll im chicen Restaurant mit Bergblick und reichlich Kunst an den Wänden angerichtet. Nach einer letzten Tasse köstlichen Kaffees und dem Stöbern in einigen Kunstzeitschriften und Art Books der perfekte Start für einen Tag in Bad Gastein. Sei es als Naturliebhaber oder Kunstexperte, ehe es abends wieder ins Restaurant zum Abendessen mit anschließendem Drink an der Hotelbar geht. Für Hotelgäste stehen zudem ein kleiner Spabereich, eine Chill-out Terrasse sowie ein hoteleigener Kinoraum zur Verfügung.

Miramonte

Denkt man an das sommer.frische.kunst Festival mit seinen zahlreichen Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst, so kommt einem unweigerlich auch das Hotel Miramonte in den Sinn! Denn hier wurde die Idee zu „Artists in Residence“ schon lange vor dem Festival erfunden und hat letzteres schließlich entsprechend mitgeprägt. Die ursprünglich aus den 60er-Jahren stammende Bausubstanz wurde von dem Hoteliersehepaar Evelyn und Thomas Ikrath liebevoll mit „contemporary design“ in ein zeitgenössisches Designhotel umgewandelt, das sich seit der Eröffnung vor über zehn Jahren in stetigem Wandel befindet. Es trägt vor allem die Handschrift Ikes als gelernter Architekt, der es liebt, Vintagemöbel mit modernen Designstücken aber auch handwerklichen Elementen zu mixen. Tierfelle als Teppiche auf den Zimmern oder Lammfelle statt Kissen auf den Designerstühlen verleihen diesem Hideaway zudem einen gewissen alpinen Charme!

Miramonte

Sucht man die Seele des Hotels, so ist dies definitiv die wundervolle Terrasse mit Traumblick auf die Belle Epoque Hotels des Ortes! Denn abgesehen vom stylisch gestalteten Frühstücksraum und Restaurant sowie der Vintageloungebar mit echt coolen Drinks und „good vibes“ zur Cocktailstunde findet hier das wahre Hotelleben statt. Sobald die Sonne strahlt, fungiert die Terrasse nicht nur für kulinarische

Momente, eine genüssliche Tasse Kaffee, sondern auch als Sundeck untertags sowie Kino unter den Sternen bei Einbruch der Dunkelheit. Das wahre Highlight ist allerdings die Feuerschale, welche laut Ike mindestens 250 Tage im Jahr zum Einsatz kommt und schon so manche Art-, Gourmet- und Bad Gastein-Lovers bis spät in die Nacht um sich versammelt hat. Inspiriert werden die Kunst- und Kulturliebhaber sowohl vom magischen Ort selbst als auch von der kleinen, feinen Bibliothek, welche besonders für regnerische Tage so manch‘ interessanten Kunst- oder Architekturbildband bereithält.

Haus Hirt

Den allerschönsten Weitblick ins Gasteiner Tal, leicht versteckt mitten im Grünen, bietet ein weiterer Travel Hideaway, das „alpine lifestyle & spa“-Hotel Haus Hirt. Einst Salon für Thomas Mann, Stefan Zweig, Somerset Maugham, Lady Churchill und den Schah von Persien ist dieses Refugium mit der wunderschönen Holzfassade und den vielen Balkonen und Terrassen, von denen bunte Blumen talwärts wachsen, ein perfekter Rückzugsort für Gleichgesinnte auf der Suche nach Balance und Genuss. Egal ob als Pärchen oder als Familie mit Kleinkindern. Jeder ist dort willkommen, ganz besonders die kleinen Gäste.

Haus Hirt

Das Herz des Hauses ist in jeder Hinsicht seine Gastgeberin Evelyn Ikrath, welche tagein tagaus nicht müde wird, ihre Gäste persönlich zu bedienen und mit Tipps für einen angenehmen Aufenthalt zu verwöhnen. Die positive Energie, die sie versprüht, kann ansteckend sein! Schon beim Ankommen verliebt man sich in das wohlige Ambiente, überall laden kleine Wohlfühlplätzchen mit bunten Kissen und Sonnenschirmen zum Verweilen ein, an der Rezeption liegen internationale Magazine und Zeitschriften auf, Bibliothek, Restaurant und Bar sind mit zeitgenössischer Kunst und alpinem Mobilar beseelt. Die Wand zieren helle Hirschgeweihe. Sofort spürt man als Gast den sehr familiären Charme. Man fühlt sich fast wie im eigenen Wohnzimmer, die Räumlichkeiten bieten zudem – dank der großen Panoramafenster – einen beruhigenden Blick ins Grüne und die Weite des Tales. So stilvoll und alpin das Restaurant eingerichtet ist, so köstlich ist auch seine regionale Kulinarik mit internationalem Twist! Ein eigenes und betreutes Kinderbuffet verwöhnt auch die jungen Gäste.

Zum Entspannen inmitten der Berge laden ein eigener Aveda Spa mit Hallenbad, Sauna und Dampfbad sowie Alpen Thalasso aber auch regelmäßige Yoga Retreats ein. Somit ein wahrer Geheimtipp für Ruhe- und Kraftsuchende.

Doch Bad Gastein entwickelt sich laufend weiter und möchte nun auch die junge Generation der Digital Natives und Millennials mit neuen Konzepten ansprechen. Als Schmelztiegel für Kunstschaffende aus aller Welt sowie Austragungsort von internationalen Sportevents wird der Ort langsam auch für eine digital- und technikaffine Gästegruppe interessant. So hat die international erfolgreiche Hotelgruppe Selina ein alternatives Konzept für diese Zielgruppe entwickelt, welches sich von den gängigen Angeboten unterscheidet. Bad Gastein ist der erste alpine Ort, in dem dieses erstmals umgesetzt werden soll. Denn aus Sicht der Selina Gruppe machen die steilen Hänge der Hohen Tauern, die heilenden Thermen und die wiedererwachte Grandezza der Belle Époque den Ort zu einem Royal Retreat, einem königlichen Rückzugsort. Auch für die Jungen. Mit dem Selina Bad Gastein – in einer ehemaligen Villa aus den 1820er-Jahren – möchten die Betreiber dieser Zielgruppe ein neues, frisches Hotelkonzept bieten, um sich überall auf der Welt zuhause zu fühlen und Gemeinschaft erleben zu können. Das Hotelprojekt soll noch in diesem Herbst realisiert und eröffnet werden. Es bleibt also spannend im neu erwachten Bad Gastein!