Ferdinand Hofer steht seit Kindertagen auf Skiern – und vor der Kamera. Der „Tatort“-Kommissar pendelt zwischen Stadt und Schnee, Rollen und Rhythmus. Statt Jetset: Brettl, Berge, Bodenhaftung. Einer, der lieber früh losfährt als laut auftritt – mit feinem Gespür für gute Geschichten und noch bessere Skitaget

Stadt, Set, Schnee: Am Sudelfeld findet „Tatort“-Kommissar Ferdinand Hofer seinen Flow. © Foto: Linda Gschwentner
Was bedeutet der Winter am Sudelfeld für Sie – ganz persönlich?
Ich verbinde damit vor allem Kindheitserinnerungen, denn ich komme ursprünglich aus der Gegend und meine Eltern leben bis heute dort. Ich hatte schon mit drei Jahren die ersten Skier an den Füßen und kam dann mit sieben Jahren in meinen ersten Skikurs.
Später haben Sie sich ja sogar als Skilehrer ausbilden lassen!
Ja, zwischen meinem 16. und 22. Lebensjahr habe ich in meiner Ferienzeit oder an den Wochenenden im Winter als Skilehrer gearbeitet. Das brachte etwas Geld in die Kasse und hat mir enormen Spaß gemacht.
Wann spürt man, dass hier nicht nur Wintersport betrieben wird, sondern auch Geschichte lebt?
Dazu gehört z. B. das Nostalgie-Skifahren im Frühjahr. Da rutschen die Teilnehmer mit historischen Holzskiern, Lederschuhen und traditionellen Bindungen die Berge runter und tragen dazu Kleidung aus den 30er- bis 70er-Jahren. Über 100 Leute machen jedes Jahr mit und die besten Kostüme werden prämiert!
Gibt es eine Abfahrt oder einen Hang, der für Sie den Charakter des Skigebiets besonders gut einfängt?
Ich liebe die „Rosengasse“, eine ganz klassische Strecke, die je nach Schneefall mehr oder weniger gut befahrbar ist, sich aber wunderbar lang hinunterzieht. Und ich mag die Waldkopf-Abfahrt! Sie ist mitunter die steilste Abfahrt. Als ich das Skifahren als Kind gelernt habe, war es eins meiner ersten Ziele, diese Abfahrt zu meistern. Als ich es dann geschafft hatte, war ich natürlich stolz.
Was würden Sie vermissen, wenn Sie einen Winter lang nicht dort wären?
Um die Weihnachtszeit herum treffe ich jedes Jahr Freunde zum Skifahren vor Ort! Wir kennen uns teilweise noch aus der Schule und pflegen diese Tradition seit Ewigkeiten. Für mich fühlt sich das immer wie ein Heimkommen an.
Gibt es ein Ritual oder eine Gewohnheit, die für Sie zu einem gelungenen Skitag gehört?
Zu meinen Ritualen gehört ein Stopp auf einer Hütte, wo ich in der Sonne sitze und eine Kleinigkeit esse. Meine Tipps dafür wären die Speck-Alm mit ihrer Terrasse und einer urigen Gaststube am Oberen Sudelfeld und der Berggasthof Walleralm mit Blick auf den Wendelstein und das Kaisergebirge – perfekt für den „Einkehrschwung“.
Wo spürt man in der Region noch echtes Handwerk?
Die perfekte Kopfbedeckung gibt es in der „Hutmacherei & Trachten Wiesner“ mit eigener Werkstatt und handgemachten Velourshüten.
Welche Rolle spielt der Naturschutz und die Klimaveränderung?
Das Thema Klimaveränderung ist in der breiten Masse angekommen. Die Naturschutzgebiete werden erweitert, um bestimmte Arten zu schützen. Wir alle sollten uns mit dem Thema befassen und uns auf mehr Rücksicht einstellen.
Welcher Ort am Sudelfeld vermittelt für Sie ein besonderes Gefühl von Ruhe oder Einkehr?
Am Oberen Sudelfeld gibt es ein Gipfelkreuz, das man nur mit Tourenskiern erreichen kann. Es ist nicht ganz einfach, dort hinzukommen, denn es geht hoch hinauf. Doch wer die Stelle früh genug erreicht, sieht bei Sonnenaufgang in die Berge hinaus – ein unglaublicher Anblick!

Sudelfeld Nostalgie-Skifahren. © Foto: Ausfelder
Skifahren ist weit mehr als ein Sport – es ist ein Lebensgefühl, das Eleganz, Abenteuerlust und Naturverbundenheit miteinander verbindet. Mit „The Art of Skiing“ von Bernard Werkmeister erscheint ein außergewöhnliches Werk, das die schönsten Skidestinationen der Welt in den Fokus rückt – von den legendären Alpenorten wie St. Moritz und Verbier bis zu den ikonischen Hängen in Aspen oder den unberührten Schneelandschaften Japans und Alaskas. Das Buch führt in die verborgene Welt exklusiver Resorts und Geheimtipps – so wie dem Sudelfeld, einem der größten und beliebtesten Skigebiete Bayerns mit weitläufigen Pisten und nur rund 80 Kilometer von München entfernt.
Bernard Werkmeister
The Art of Skiing
Die schönsten Pisten der Welt
240 Seiten, 150 Abbildungen, 25 x 28 cm. 49,95 Euro. www.callwey.de




