Seit über 20 Jahren organisiert Ballonfahrer Rudi Höfer das Winter-Ballonfestival im Tannheimer Tal. Ein Porträt über Erfahrung, Ruhe und die Faszination der Ballonfahrt im Winter.
Rudi Höfer: Ballonpionier mit Blick für das Wesentliche
Wenn im Tannheimer Tal der erste Sonnenstrahl über die verschneiten Flanken wandert, hebt Rudi Höfer den Blick nach oben. „Man startet aus dem Dunkeln ins Licht“, sagt der 80-jährige Ballonpionier. „Und plötzlich sieht man tausend Gipfel.“ Seit 35 Jahren fährt der ehemalige Münchner Polizist Ballon – und gilt längst als einer, der die Szene geprägt hat.
Von Bayern nach Kappadokien: Internationale Spuren eines Ballonfahrers
International bekannt wurde er durch seine Arbeit in Kappadokien. „Damals, Mitte der 1990er Jahre, gab es dort nur einen einzigen Ballonfahrer“, erinnert er sich. „Heute starten jeden Tag 150 Ballone.“ Einen Grundstein dieses weltbekannten Spektakels hat Höfer selbst gelegt.
Winter-Ballonfestival im Tannheimer Tal: Ein Fixpunkt im alpinen Veranstaltungskalender
Seine zweite große Bühne liegt im Tannheimer Tal. Seit 2002 organisiert er hier das Winter-Ballonfestival, das Piloten aus halb Europa anzieht. Für viele ist es die schönste Zeit des Jahres – klare Luft, weite Sicht, magisches Licht. Und für Passagiere ein Erlebnis, das oft mehr ist als ein Panorama: „Eine Ballonfahrt ist zu hundert Prozent entspannend“, sagt Höfer. „Oben vergessen die Leute alles. Das Auto, die Sorgen – alles bleibt klein am Boden zurück.“
Warum Ballonfahren im Winter besonders ist
Wie aber steuert man einen Ballon überhaupt? Ein Heißluftballon besitzt kein Steuerruder, er driftet im Wind. Und doch ist er kein Spielball der Elemente. Piloten nutzen unterschiedliche Windrichtungen in verschiedenen Höhen: Steigen, um in einen anderen Höhenwind zu gelangen, oder sinken, um den Kurs zu korrigieren. „Man kann sich mit der Höhe die Richtung aussuchen“, erklärt Höfer. „In jeder Höhe weht ein etwas anderer Wind.“ Erfahrung ersetzt Technik – und macht die Fahrt so ruhig wie einzigartig.
Organisation und Verantwortung: Sicherheit als Grundlage des Festivals
Während des Festivals bleibt Höfer am Boden. Mit seiner Tochter kümmert er sich um Wetter, Sicherheit und Organisation. „Sie verlassen sich darauf“, sagt er über die Piloten. Viele kommen seit Jahrzehnten, manche buchen bereits im Sommer ihre Winterfahrt.
Ein Tal, ein Festival, eine Haltung
Vielleicht liegt die Magie genau darin: ein familiäres Tal ohne Hektik, ein Mann, der seine Leidenschaft weitergibt – und ein Moment in der Luft, in dem die Welt ganz leicht wird.

Rudi Höfer gilt als einer der prägenden Ballonfahrer seiner Generation und organisiert seit 2002 das Winter-Ballonfestival im Tannheimer Tal.

Rudi Höfer beim Vorbereiten eines Ballons für das Winter-Ballonfestival im Tannheimer


Winter-Ballonfestival im Tannheimer Tal


Für viele Gäste ist die Ballonfahrt mehr als ein Panorama – sie bedeutet Entschleunigung hoch über dem winterlichen Tal.

Weite Sicht, ruhige Luft, winterliches Licht: Ballonfahrten im Tannheimer Tal zählen für viele Piloten zu den schönsten der Saison.

Aus dem Dunkeln ins Licht: Beim Winter-Ballonfestival im Tannheimer Tal steigen die Ballone frühmorgens in die klare Alpenluft.
Winteropening und Internationales Ballonfestival 2025/26 im Überblick
Das Tannheimer Tal feiert den Winterstart mit dem Winteropening vom 12. bis 14. Dezember 2025, einem Festival für die ganze Familie mit geführten Touren, Testivals, Märkten und Kulinarik, gefolgt vom großen Internationalen Ballonfestival von ca. Ende Januar bis Anfang Februar 2026 (inkl. Ballonglühen), das die Winterzeit mit bunten Ballons bereichert.

Beim Ballonglühen leuchten die Hüllen der Heißluftballone und setzen einen stimmungsvollen Akzent im winterlichen Tannheimer Tal.




