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Spätlese an der Zugspitze: Weinbau auf 1.101 Metern

Junge Weinreben am Trueferhof in Ehrwald mit Tiroler Bergkulisse im Hintergrund

Weinbau auf über 1.000 Metern: Am Trueferhof in Ehrwald wachsen die Reben vor imposanter Tiroler Bergkulisse. © Foto: Stefan Pabst & Isabella Pötter

Peter Somweber hat gemeinsam mit seiner Familie in der Tiroler Zugspitz Arena auf 1.101 Metern den bislang höchsten Weinberg Nordtirols angelegt. Trotz vieler Unkenrufe, ohne Winzerausbildung und ohne Önologie-Studium. Ein Autodidakt, der einen Wein keltert, den jetzt alle probieren wollen.

Diesen Tag wird Peter Somweber nicht vergessen. Es ist der 2. Oktober 2021, als er gemeinsam mit Freunden und Verwandten zum ersten Mal die Trauben seiner Reben erntet. 2018 hatte er die ersten davon am Trueferhof in Ehrwald gepflanzt. Damals glaubten nur wenige daran, dass auf mehr als 1.000 Metern Höhe tatsächlich Wein entstehen könnte. Nun hält Somweber die erste Lese in den Händen.

Die erste Weinlese am Fuß der Zugspitze

Der Trueferhof liegt in Ehrwald in der Tiroler Zugspitz Arena. Hier, auf rund 1.100 Metern Höhe, hat Peter Somweber etwas gewagt, das zunächst eher nach Experiment als nach erfolgversprechendem Weinbau klang. Die Bedingungen sind ungewöhnlich: kurze Vegetationsperioden, kühle Nächte, viel Niederschlag und Winter, die lange dauern können.

Peter Somweber vom Trueferhof in Ehrwald mit einer Flasche TRUEFER’S Wein

Vom Kfz-Technikermeister zum Winzer: Peter Somweber baut am Trueferhof in Ehrwald Wein auf über 1.000 Metern an.

Vom Kfz-Technikermeister zum Winzer

Weinbau war nicht der ursprüngliche Beruf von Peter Somweber. Er ist Kfz-Technikermeister und betreibt mit seiner Familie den Trueferhof. Die Idee, hier Wein anzubauen, entwickelte sich erst nach und nach – und aus einer Idee wurde ein Projekt, das immer größer wurde.

Weinreben am Hang des Trueferhofs in Ehrwald vor markanter Bergkulisse

Steile Hänge, alpine Lage, ungewöhnliches Terroir: der Weinberg des Trueferhofs in der Tiroler Zugspitz Arena.


im Weinberg Peter Somweber arbeitet an einer Weinrebe in seinem Weinberg in Ehrwald

Handarbeit auf alpiner Höhe: Peter Somweber kümmert sich selbst um seine Reben am Trueferhof.

Solaris und Sirame: Reben für 1.100 Meter

Entscheidend für den Erfolg ist die Wahl der Rebsorten. Am Trueferhof wachsen unter anderem Solaris und Sirame. Sorten also, die mit den besonderen klimatischen Bedingungen der Höhenlage zurechtkommen müssen.

Junge Trauben und grüne Weinblätter an einer Rebe am Trueferhof in Ehrwald

Die Reben treiben aus: Am Trueferhof setzt Peter Somweber auf Sorten, die mit den besonderen Bedingungen der Höhenlage zurechtkommen.

Warum die Höhe zum Vorteil wird

Was auf den ersten Blick wie ein Nachteil wirkt, kann sich für den Wein als Stärke erweisen. Die großen Temperaturunterschiede von warmen Tagen und kühlen Nächten beeinflussen die Entwicklung der Trauben. Hinzu kommen die intensive Sonneneinstrahlung in der Höhe und die besondere alpine Lage.

Somweber will keinen Wein erzeugen, der schmeckt wie einer aus einem klassischen Weinbaugebiet. Seine Weine sollen ihre Herkunft zeigen – und damit auch die Bedingungen, unter denen die Trauben gewachsen sind.

Ein Wein, der nach seiner Region schmecken soll

Auch im Keller setzt sich die Geschichte fort. Die Trauben werden am Trueferhof verarbeitet und die Weine dort ausgebaut. Aus dem einstigen Experiment ist längst eine eigene kleine Weinwelt geworden.

Alpine Aromen statt Kopie

Peter Somweber geht es nicht darum, bekannte Weinregionen zu imitieren. Seine Weine sollen vielmehr von ihrem ungewöhnlichen Entstehungsort erzählen. Die Höhe, das Klima und die Rebsorten prägen ihren Charakter.

Nahaufnahme einer Flasche TRUEFER’S 1101 Liquid Sun aus Ehrwald

„Liquid Sun“ aus Ehrwald: Schon das Etikett verweist mit 1.101 Metern auf die außergewöhnliche Herkunft des Weins.


Roséweinflaschen im Vordergrund und Peter Somweber im Weinlager des Trueferhofs

Rosé aus den Tiroler Bergen: Peter Somweber bei der Arbeit in seinem Weinlager.

Vom Hofpeter zum Hofwinzer

Die erste Lese im Oktober 2021 war deshalb weit mehr als nur eine Ernte. Sie war der Beweis, dass aus der ungewöhnlichen Idee tatsächlich Wein werden konnte. Peter Somweber hatte ausprobiert, gelernt, Rückschläge hingenommen und weitergemacht.

Heute stehen die Flaschen im eigenen Weinlager, die Reben ziehen sich über den Hang oberhalb von Ehrwald und aus dem Experiment ist ein fester Bestandteil des Trueferhofs geworden.

Was einst mit ein paar Rebstöcken und viel Neugier begann, hat auch verändert, wie Peter Somweber in Ehrwald wahrgenommen wird. Früher kannte man ihn als Hofpeter. Heute heißt es: „Jetzt bist du der Hofwinzer.“

Trueferhof in Ehrwald

Hof 2a
6632 Ehrwald / Tirol

Rebsorten: Solaris (weiß), Sirame (rot)
Erster Jahrgang: Oktober 2025
Weine: Serie „Alpin“ aus eigenen Trauben aus Ehrwald; Serie „Montan“ aus Bio-Piwi-Trauben aus dem Trentino
Verkauf ab Hof: Rosé, Weißwein, Süßwein und Verjus

www.trueferhof.at

Weinreben am Hang oberhalb von Ehrwald mit Blick auf das Tal und die umliegenden Berge

Ein ungewöhnlicher Weinort: Vom Weinberg des Trueferhofs reicht der Blick über Ehrwald und die Tiroler Bergwelt.